Engelchen und Teufelchen treffen sich

 

 

Also, heute will ich erzählen wie es mit Engelchen und Teufelchen weiterging.
Die beiden hatten ja einander in die Hand versprochen, sich in der nächsten Woche um halb drei an gleicher Stelle zu treffen. Das können Sie hier selbst nachlesen

So ist es dann auch geschehen. Teufelchen konnte die Zeit kaum abwarten. Weil er immer nur an die Verabredung dachte, so war er beim schüren des Höllenfeuers recht unaufmerksam. Gleich auch ist die Großmutter angerannt gekommen und haut dem Teufelchen mehrmals ihren Dreizack in den Po. Dabei hat sie mit ihrer schrecklich lauten und häßlichen Stimme gerufen: „Hier wird nicht geträumt! Du kleiner Teufel! Du Satansbraten!“. Das Teufelchen mußte ziemlich laut schreien. Laßt ihr euch mal mit der Gabel in den Po pieken, dann wißt ihr schon, wie weh das tut.
So laut geschrieen hat er, daß die armen Seelen Mitleid mit dem Teufelchen hatten und meinten, „wenn die Großmutter dich so schlecht behandelt, dann komm doch zu uns, da hast du deine Ruhe vor diesem Satansweib. Wir verstecken dich einfach. Da kann das Aakreet lange suchen“.
Teufelchen hat die Einladung natürlich nicht angenommen, wußte es doch, daß Schmerzen vergehen, die armen Seelen aber fast ewig, mindestens bis zum jüngsten Gericht, braten müssen.  
  Als es dann eine Stunde vor halb drei war, ist er abgesaust und richtig am Treffpunkt aufgetaucht. Engelchen war aber noch nicht zur Stelle. Damit es ihm nicht zu lange wurde, ist er bißchen was in der Gegend hin und her gegangen. So beim umsehen, da sieht es zufällig zwei lange Stricke und ein schönes Brett.
‚Au fein‘, dachte es sich, ‚daraus kann ich mir eine prima Schaukel bauen. Die häng ich in unseren Baum und dann schaukele ich, solange ich auf meine Freundin warten muß‘.
Gesagt, getan und fertig. Gleich beim anschaukeln ist es heruntergefallen und hat sich dabei einen Dorn in den rechten kleinen Finger eingehandelt. Den hat ihm das Engelchen nachher, einfach mir nichts dir nichts, herausgepuhlt. 
Pfiffig ist es ja, das Teufelchen. Es hat nämlich gleich bemerkt, daß es die Seile nicht gleichmäßig lang gemacht hatte. Und darum ist es, hui, von der Schaukel gefallen. Als dann alles seine Richtigkeit hatte, da hat Teufelchen geschaukelt, aber wie. Wie närrisch ist er hoch und runter, daß, obwohl er niemanden hatte, der ihm Anschwung hätte geben können.
Bald ist auch das Engelchen gekommen. Ach, was haben die beiden sich gefreut. Und Teufelchen hat gleich gerufen: „Schau mal wie ich schaukeln kann. Toll! Nur Fliegen ist schöner!“ 
Zuerst hat es ja, weil es so aufgeregt war, nicht gesehen, was seine himmlische Freundin ihm mitgebracht hatte.
Ja, genau! Ihr seht es ja selbst auf dem Bild. Einen roten Luftballon hielt das Engelchen in der rechten Hand. So einen ganz, ganz schönen, in Form eines Herzens.
Na, ich weiß ja nicht wie Engelchen zu dem kam. Ich vermute aber, daß ein Erdenkind nicht aufgepaßt hatte und ihm darum der Luftballon davongeflogen ist. Oben, kurz vor dem Himmelstor ist er dann wahrscheinlich an einer Wolke hängen geblieben und vom Engelchen gefunden worden.

"Bitte! Für Dich!", hat Engelchen zu seinem neuen Freund gesagt. Sonst nichts. Aber braucht es bei so einem Geschenk weiterer Worte? Teufelchen hat gleich gewußt, wie es um Engelchen stand. Ganz rot ist das Teufelchen geworden und sein kleines Herzchen hat richtig laut gebummert. Dann haben sie sich angeschaut und Händchen gehalten. Jeder hat ab und zu heimlich die Hand des anderen gedrückt. Ganz sacht und ganz vorsichtig. Teufelchen hat dann auf seiner Schaukel Platz gemacht, damit das Engelchen auch sitzen konnte. Das war zwar eng, aber das hat ihnen nichts ausgemacht. Im Gegenteil. Warum, könnt ihr euch ja denken.
Als es dann Abend wurde, haben die beiden zum Abschluß ganz wild geschaukelt. Hoch bis in die Luft.
Auf einmal sagt das Teufelchen: „Oh je! Dein schönes Geschenk kann ich gar nicht mitnehmen. Bei uns ist es so heiß, da würde dein Herz gleich zerplatzen. Und wenn das passiert, dann erschrickt sich die Großmutter und haut mich gleich wieder“. Dann hatte es aber eine tolle Idee. Es hat sich den Zeigefinger der linken Hand beleckt und damit Kohlenstaub von seinen Stiefeln abgetupft. Dann hat es auf den Luftballon einen Pfeil gemalt und den Buchstaben E und auch das T auf das Herz gemalt. So:


„Den lassen wir jetzt sausen und jeder soll sehen, daß wir uns mögen". Ja, das hat es wirklich gesagt. So haben sie es dann auch gemacht. Ganz hoch ist er geflogen, der Luftballon. Hinterher gewunken haben sie ihm, bis er hinter einer dichten Wolkenwand verschwunden war.
Zum Schluß hat Engelchen seinen Freund umarmt und ihm ins Ohr geflüstert: „Irgendwann einmal, ganz bald, dann nehme ich die mit und dann zeige ich dir den ganzen Himmel“. 
„Aber der Petrus…?“, hat Teufelchen gemeint. 
„Ach laß mal, das mach ich schon. Da fällt mir schon was ein“, hat das Engelchen noch gerufen und wuuussssch ist es zum Himmel zurückgeflogen.

Bestimmt  habt ihr es auch bemerkt. Die beiden hatten ganz vergessen, sich zu einem weiteren Miteinander und Beieinander zu verabreden.
Ob sie sich noch einmal begegnen? Wer weiß. Die Erde ist ja sooo groß und der Himmel sooo hoch.

 

Liebe Leser meiner Geschichte. Schön, daß Sie mir bis hierhin gefolgt sind.
Vielleicht möchten Sie das schöne Bild mit dem Luftballon und mit Engelchen und Teufelchen haben oder verschenken? Nächster Woche um halb drei? Treffen wir uns dann? Beim Sichtweise-Verlag? Ich werde bestimmt da sein. Versprochen!

Hier finden Sie die Engel Kunst Postkarte Engelchen und Teufelchen 
und hier die Engel Kunst Postkarte Engel auf dem Mond

 

 

6 Gedanken zu „Engelchen und Teufelchen treffen sich“

  1. Natürlich bin ich nächste Woche wieder da… um kurz nach halb drei… denn ältere Ladies kommen immer mit etwas Verspätung (weil sie ja länger brauchen, um sich schön zu machen).
    Aber dann möchte ich auch wissen, wie’s weitergeht… unmöglich kannst du uns erst Appetit machen mit deinen Geschichten… und dann gibt’s keinen Nachschub mehr.
    Also lass dir bitte bis dahin wieder etwas einfallen… herzlichst, die seelenfrau

  2. Dann wünsch‘ ich mir eben, daß es dich „überfällt“ bis dahin….wirst uns Leser doch wohl nicht draufsetzen?! grins… die wartende Seele, die immer an das GUTE glaubt!

  3. Na, Seelenfrauchen, da muß ich wohl ran. Aber so wie ich meine Muse kenne, so wird die nicht auf Kommando erscheinen um mich zu küssen. Ist wie mit der Eisenbahn im Winter, wenn es so richtig stiemt: Kommt oder kommt nicht.

  4. I’m so glad with all these publications, really, thank you so much.
    Well, I’ve sended my adress for you, but I don’t know if received. Did you?

    Thank you one more time!

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